Review: KingKong 90GT Micro Brushless Racer

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Review: KingKong 90GT Micro Brushless Racer

#1

Beitrag von Mike » 11.05.2017, 12:36

Da ich mir unbedingt einen Mini Racer in den Kopf gesetzt habe und mit dem Eachine QX95 von Banggood leider schlechte Erfahrungen machen musste (ständige Receiver Brown-Outs durch Spanungseinbrüche, eine verbreitete Macke bei 1S-Racern), beschloss ich, auf 2S zu wechseln und habe mich mal umgesehen, was es in dieser Klasse nettes gibt. Derzeit macht hier ein kleiner Flitzer Furore, nämlich der


KINGKONG 90GT MICRO BRUSHLESS RACER


Der KingKong 90GT ist einer der kleinsten (wenn nicht der kleinste) Brushless Racer auf dem Markt. Kaum grösser als eine Handfläche und mit 2S Lipos betrieben, ist er dennoch erstaunlich Windresistent und, dank der brushless Motoren, ausserordentlich spritzig. Toll auch: man kann damit sogar seine 1S Lipos "recyclen", die man noch von Hubsan & Co. rumliegen hat. Dazu braucht man sich nur ein kleines Kabel basteln (siehe unten) :)

Bild

Bild


Technische Details:

(*) 1103 7800KV Brushless Motoren
(*) 600 TVL 16-Kanal 25mW FPV Kamera
(*) 3A BLHELI_S ESCs (Multishot / Dshot300 / Dshot600)
(*) Geschraubte 1935 48.26mm 3-Blatt Propeller
(*) Wahlweise mit FrSky, DSM2, FASST Receiver
(*) Stromversorgung: 2S
(*) Gewicht: ~49g
(*) Flugzeit: 7 Minuten (mit 2x 1S 750mAh NanoTech Lipos, siehe unten)
(*) Micro F3 6DOF Flight Controller (32-Bit)
(*) Kommt mit toller Aufbewahrungsbox
(*) BetaFlight vorgeflasht


Eindrücke
Allgemein
Schon wenn man den KingKong in die Hand nimmt, fällt die gute, solide Verarbeitung auf - ein richtiger Gegensatz zum Eachine QX95, der sich dagegen eher wie Pappkarton anfühlt: wo beim QX95 alles geklebt und der Rahmen schon durch's Angucken bricht, ist beim 90GT alles solide und verschraubt - bis hin zu den Propellern, die nicht, wie bei den meisten Minis aufgesteckt, sondern aufgeschraubt sind. So kann man ruhigen Gewissens Vollgas geben, ohne ständig befürchten zu müssen, das die Propeller sich selbstständig machen.
Propeller
Die beiliegenden 3-Blatt Propeller sind leicht transparent und sehen wirklich stylisch aus. Es liegen 2 Sätze (acht Stück) bei. Die KingKong Props gibt es in allen möglichen Farben: lila, rot, orange, weiss, blau usw. Sie werden mit jeweils zwei Schrauben auf den Motor geschraubt und sind recht effizient, brechen aber leicht, da sie relativ starr sind. Eine gute Alternative sind auch die 1935er Racerstar 5-Blatt Propeller (siehe unten).
Kamera
Die 600 TVL Kamera ist bei Sonnenlicht Mittelmass und liefert ein durchaus brauchbares Bild. Bei hell / dunkel Wechseln und bewölktem Himmel schneidet sie leider nicht wirklich gut ab. Eigentlich ist sie das einzige wirkliche Manko am KingKong. Hier liefert die Mini Cam des QX95 ein besseres Bild, allerdings ist der Platz auf dem KingKong durch die Propeller so begrenzt, das man kaum eine alternative Mini FPV Cam findet, die dort passt. Da geht es wirklich um Millimeter. Ein sehr guter Ersatz für die KingKong Cam ist die 1000TVL von Banggood, die für knapp über 15 EUR und nur 8x8mm Abmessungen locker auf den Micro passen müsste. Auch die 520TVL von Banggood könnte mit nur 15mm Breite aber auf den KingKong passen und bietet zudem 48 statt 16 Kanäle.

Der Blickwinkel der KingKong Cam dürfte so bei 120 Grad liegen und ist somit noch vertretbar.

Wie bei allen Minis, ist die Kamera geradeaus gerichtet. Wer es lieber gemütlich mag, kann das auch so lassen. Wer aber gerne spritzig im Acro fliegt, bevorzugt einen steileren Kamerawinkel von 20-30 Grad oder mehr. Das lässt sich hier gottseidank ganz einfach und ohne extra Kamerahalterung bewerkstelligen (dazu mehr unter "Modding"). Mit einem Kamerawinkel von 30 Grad oder mehr dreht der KingKong erst wirklich auf, dann braucht es schon eine grössere Wiese, damit er sich austoben kann.

Der Videosender unterstützt zwar nur 16 Kanäle, dafür aber von jedem Band vier. Es sind also für jeden passende Kanäle dabei. Der Wechsel des Videokanals ist sehr einfach: dazu drückt man einfach auf einen kleinen Knopf auf dem Videosender. Die LED des Senders blinkt dann in einem Farbcode (z.B. Grün-Blau). Dem 90GT liegt eine kleine Tabelle bei, welcher Farbcode für welchen Kanal (MHz) steht.
Empfänger
Ich habe mir den 90GT mit DSM2 Empfänger bestellt. Dieser liess sich innerhalb von Sekunden und völlig problemlos mit meiner Devo 10 binden, sofern man in BetaFlight als Empfänger Spektrum1024 einstellt. Erfreulich auch, das der Empfänger über zwei Antennen verfügt. Bindet man über DSM2, hat man sieben Kanäle. Bindet man den Empfänger mit DSMX (dann "Spektrum2048" in BetaFlight einstellen) hat man zwar acht Kanäle, dabei hatte ich im Flug aber leider immer wieder kurze Aussetzer. Ob das am Empfänger oder an der Deviation Firmware liegt, kann ich nicht sagen.
Flugeigenschaften
Die Flugeigenschaften des 90GT sind hervorragend - sogar schon mit den voreingestellten Standard PIDs. Ich habe hier zuerst lediglich die D-Werte ein wenig höher gesetzt, sonst nichts. Der KingKong fliegt sich fast wie auf Schienen, obwohl er sehr agil ist. Selbst im stabilisierten Modus ist er noch sehr flott und wendig unterwegs. Flips und Rolls lassen sich mit ihm perfekt fliegen. Dank des geringen Gewichts hat der KingKong eine geniale Hang Time: nimmt man in der Höhe das Gas weg, wirkt es fast so, als würde er schwerelos in der Luft stehen. Mit dem Punch (Zugkraft) eines grossen 4S Racers kann er natürlich mit seinen 2S nicht mithalten. Hier muss man bei akrobatischen Manövern einige Augenblicke früher daran denken, Gas zu geben.

Nach einem Update auf BetaFlight 1.6 habe ich den KingKong auf DShot150 gesetzt und folgende PIDs eingestellt - dadurch fliegt er sich absolut genial und lässt sich sehr flott und exakt steuern:

Bild

Sonstiges
Das Stromkabel ist praktischerweise ein 2S Balancer-Stecker, den ja jeder 2S Lipo hat, so das die Suche nach einem Akku mit passendem Stecker entfällt. Ich habe ihn allerdings gegen einen XT30 Stecker getauscht.

Der 90GT kommt in einer stylischen "Tupperware"-Aufbewahrungsbox - in die er aber mit aufmontiertem Propellerschutz leider nicht mehr hinein passt. Da der 90GT für die Bude eh schon etwas zu spritzig ist und ich ihn nur outdoor nutze, habe ich den Propellerschutz sowieso entfernt.

Leider ein Nachteil: auf dem Board ist weder ein Buzzer verbaut, noch scheint es Pins zu geben, wo ein solcher verlötet werden kann. Zudem gibt es keine akkustische Low Voltage Warnung - ist der Akku leer, fällt der 90GT einfach vom Himmel. Hier kann man sich behelfen, indem man einen Timer auf seiner Funke setzt und rechtzeitig landet. Und falls der KingKong mal im Gras verloren geht: es gibt eine Möglichkeit, doch einen Buzzer zu installieren, den man über die Funke auslösen kann. Dazu mehr unter unter "Modding" unten.
Fazit
Optik:[O][O][O][o][o]
Verarbeitung:[O][O][O][O][o]
Flugeigenschaften:[O][O][O][O][O]
Preis / Leistung:[O][O][O][O][O]
Zubehör:[O][O][O][O][O]
Volltreffer! Nach einigen Enttäuschungen endlich mal ein vollwertiger, kleiner Racer, der sich nicht wie aus Pappe zusammengeklebt anfühlt, einen sehr wertigen Eindruck macht, spritzig ist und sich toll fliegt :-bd Bei der Verarbeitung ein kleiner Abzug, da die original Props doch sehr fragil sind, dafür volle Punkte beim Zubehör dank der stylischen Box und dem beiliegenden 9-Pin Stecker, der den Anschluss einer LED Leiste erlaubt.

Bild
Tolle Aufbewahrungsbox


Vor dem ersten Flug

(*) Alles in allem ist der 90GT nach dem Binden sofort einsatzbereit. Allerdings sollte man sich noch die Zeit nehmen und einige Einstellungen in BetaFlight vornehmen. Hier sollte man, wie immer, darauf achten, das die Knüppelwege bzw. Endpunkte der Steuerkanäle schön tariert sind (Minimum bei 1000, Mitte bei 1500, Maximum bei 2000). Eine Anleitung dazu gibt es hier.

(*) Dann sollte man noch wie gewohnt die Flugmodi (Angle, Horizon, Acro) auf einen Schalter der Funke legen.

(*) Zudem sollte man die ESCs vor dem ersten Flug einmal kalibrieren. Das ist in BetaFlight schnell gemacht - eine Anleitung dazu gibt es hier.

(*) Da der 90GT keinen Low Voltage Alarm hat, sollte man beim ersten Flug nicht allzu weit weg fliegen und sich dann notieren, wie lange der Lipo durchgehalten hat. Dann könnt ihr den Timer auf eurer Funke passend einstellen.

(*) Guckt vor dem Fliegen auch mal durch die Videobrille und überprüft, ob die Kamera auch auf Unendlich fokussiert ist. Falls nicht (wenn stattdessen Objekte in der Nähe scharf sind, in weiterer Entfernung aber unscharf), dreht einfach das Objektiv der Kamera nach links oder rechts, bis weit entfernte Objekte möglichst scharf scheinen. Fixiert das Objektiv dann mit einem Tropfen Sekundenkleber, so das es sich nicht mehr von selbst verstellen kann.

(*) Wenn ihr den Propellerschutz aufschraubt (wird an der Unterseite der Motoren verschraubt), nehmt pro Motor nur zwei Schrauben (statt vier) und benutzt die langen, beiliegenden Schrauben. Dann unbedingt auch die beiliegenden Unterlegscheiben verwenden, um die Motoren nicht zu beschädigen. Wenn die Prop Guards nicht benutzt werden, müssen die kurzen Schrauben unten in die Motoren geschraubt werden. Ohne Prop Guard auf keinen Fall die lange verwenden! Das würde die Motoren beschädigen!


Modding

Einige Mods sind für den 90GT eigentlich ein Muss. Die wichtigsten habe ich hier mal zusammengefasst:
Buzzer / Pieper montieren Ein über die Funke aktivierbarer Buzzer (Piepser / Modellfinder) ist für jeden Kopter ein Muss! Es mag unwichtig erscheinen, aber wenn ihr euren Kopter im hohen Gras verloren habt, seht ihr das garantiert anders. Da auf dem Board des KingKong 90GT leider keine Buzzer Pins zu finden sind, muss man hier einen kleinen Umweg über die Motor Pads gehen. Eine Anleitung zur Installation des Buzzers findet ihr im nächsten Beitrag weiter unten. Holt euch vorher unbedingt den Matek Lost Model Beeper.
LED Strip anschliessen Auch ein LED Strip sollte am KingKong 90GT nicht fehlen. Der kleine ist dann nicht nur in der Luft besser zu sehen, sondern nach einem Crash auch im hohen Gras leichter zu finden. Ideal für KingKong ist z.B. der LED Strip vom Eachine QX95. Er passt perfekt und ist sehr hell. Wie man den LED Strip installiert, steht in einem eigenen Beitrag weiter unten.
Kamera schräg stellen Schraubt die obere Rahmenplatte des 90GT ab (wo der Videosender aufgeklebt ist). Die Kamera ist an ihrer Oberkante mit dieser Platte verklebt. Löst sie vorsichtig. Nehmt ein doppelseitiges Klebepad (oder die Heissklebepistole) und klebt die Kamera nun in einem 30-45 Grad Winkel an. Dann einfach die Rahmenplatte wieder anschrauben, fertig.
Propeller-Alternativen Die beiliegenden Props sind zwar recht effizient, aber nicht sehr flexibel und brechen demnach relativ leicht. Als prima Alternative haben sich die 1935er 5-Blatt Props von Racerstar erwiesen. Die sind flexibler und haben einen wirklich tollen "Kreisch"-Sound :) Die original-Props gibt es hier.
DShot Die Regler des KingKong 90GT sind DShot fähig, allerdings erst ab BetaFlight 3.1 - hier muss also vorher auf eine höhere Firmware Version geflasht werden, dann kann man DShot aktivieren. Ein Kalibrieren der Regler ist dann auch nicht mehr nötig, da es sich bei DShot ja um ein digitales Protokoll handelt, das keine Kalibrierung mehr benötigt.
Akkustecker wechseln Sicher, die 2S Balancerbuchse am KingKong ist praktisch, weil schliesslich jeder Lipo einen solchen Stecker hat. Allerdings halten diese Buchsen nicht lange (die Metallstifte lockern sich gerne, was zu Aussetzern führen kann!). Diese sollte deshalb gegen eine XT30 Buchse, die Mini-Variante des beliebten XT60, getauscht werden. Das sorgt dann auch für einen optimalen Stromfluss.

Zwar müsst ihr dann auch an jeden eurer Akkus einen XT30 Stecker anbringen, aber wenn ihr, wie ich, jeweils zwei 1S Akkus nutzt, könnt ihr euch ein praktisches Adapterkabel basteln und daran dann jeweils zwei 1S Lipos hängen. Ein Umbau der Lipos ist dann gar nicht nötig.
1S Lipos verwenden Da ich noch tonnenweise 1S Lipos von meinem Hubsan hier liegen hatte, habe ich mir ein Y-Kabel gelötet, mit dem man jeweils zwei 1S Lipos vom selben Typ als 2S Lipo an den KingKong hängen kann. Um jeweils zwei Einzeller wickle ich einen simplen Haushaltsgummi (so das ich sie auch immer wieder einzeln verwenden kann). Das funktioniert nicht nur prima und spart das Anschaffen neuer 2S Akkus, es hat sich herausgestellt, das diese Lösung sogar günstiger ist, weniger Gewicht mitbringt, als ein 2S Akku, und dadurch auch längere Flugzeiten ermöglicht!

Bisher habe ich jeweils 2X 600mAh 1S Lipos (Banggood), 2x 750mAh 1S Lipos (NanoTech) und 2x 800mAh 1S Lipos (Ebay) getestet. Das Ergebnis ist überraschend:
LiposGewichtFlugzeit
2x 1S 600mAh33g6.10 Minuten
2x 1S 750mAh37g6.50 Minuten
2x 1S 800mAh37g6.20 Minuten
Am besten schneiden also die 750mAh NanoTech von Hobbyking ab - satte 7 Minuten Flugzeit für unter 6 EUR, da kann kein "fertiger" 2S Lipo mithalten :-bd

Nun hat man aber dann einen Haufen Einzeller, die geladen werden müssen. Dafür habe ich mir einige Balancer-Kabel gebastelt, mit denen ich mehrere Einzeller auf einmal laden und gleichzeitig balancieren kann, so das alle gleichmässig geladen werden.

Bild
Y-Kabel - macht aus zwei 1S Lipos einen 2S Lipo

Bild
Meine konvertierten Lipos

Bild
Balancer-Kabel, um vier Einzeller gleichzeitig als 4S Lipo zu laden


Videos







Falls ich noch weitere Tipps zum KingKong 90GT habe, poste ich sie hier. Wenn ihr Fragen dazu habt, immer gerne!
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#2

Beitrag von Mike » 15.05.2017, 10:27

Buzzer (Pieper) installieren

Wenn ihr den KingKong nicht im hohen Gras suchen (oder sogar verlieren) wollt, solltet ihr euch den Matek Lost Model Beeper holen, der sich über die Funke aktivieren lässt. Da das Board des KingKong leider nicht über Buzzer Pins verfügt, muss man hier einen kleinen Umweg gehen - was aber letztendlich genauso gut funktioniert:


Buzzer anlöten

Findet die drei Pins von Motor 6 auf dem Board. Diese sind, wenn der KingKong mit der Kamera nach vorne guckt, hinten links zu finden (auf dem Bild am Lötzinn zu erkennen):

Bild
Motor 6 Pins (Oberer Pin: Signal, Mitte: 5V, Unterer Pin: GND)

An diese drei Pins wird der Matek Buzzer angeschlossen. Der B- Anschluss des Buzzers kommt an den Motor Signal Pin, 5V an 5V und G an GND. Montiert den Buzzer mit ca. 5-7cm langen Kabeln, die ihr unter dem Board nach rechts führt, dann könnt ihr ihn an der rechten Seite verkleben (auf der linken Seite des KingKong befindet sich der USB Port):

Bild
Buzzer seitlich verklebt

Vergesst nicht, die Rückseite der Buzzer Platine zu isolieren (z.B. mit einem Klebepad), um ungewollte Kurzschlüsse zu vermeiden. Zum Verkleben eignet sich Sekundenkleber. Auf Thingiverse gibt es auch schon einen Buzzer Mount für den 90GT zum 3D-drucken.


Buzzer konfigurieren

Ist der Buzzer am Board angeschlossen, müsst ihr ihn noch in BetaFlight konfigurieren. Installiert eine möglichst neue BetaFlight Version (z.B. 3.1.6) - diese unterstützt nicht nur die nötigen Befehle zum konfigurieren des Piepers, sondern auch DShot. Das Update lohnt sich also!

Geht in BetaFlight auf die CLI Seite und tippt dort "resource" ein. Im Ausgabefenster sollte dort dann u.a. ein Eintrag mit "MOTOR 6" und "B09" stehen, ebenso ein Eintrag mit "BEEPER" und "C15". Die Resource Motor 6 schmeissen wir jetzt raus und setzen dafür den Beeper auf "B09":

Tippt "resource motor 6 none" (Enter)
Tippt "beeper motor 6 none" (Enter)
Tippt "save" (Enter)


Nun sind beide Resourcen freigegeben. Geht nach dem automatischen Reboot wieder auf die CLI Seite. Nun legen wir den Beeper auf B09:

Tippt "resource beeper b09" (Enter)
Tippt "save" (Enter)


Jetzt müssen wir BetaFlight nur noch sagen, WANN der Beeper piepsen soll. Zuerst löschen wir alle voreingestellten Pieper-Auslöser:

Tippt "beeper -all" (Enter)
Tippt "save" (Enter)


Nun legen wir fest, wann der Beeper piepsen soll - kopiert folgendes ins Eingabefenster und drückt dann Enter:

beeper GYRO_CALIBRATED
beeper RX_LOST
beeper DISARMING
beeper ARMING
beeper RX_SET
beeper READY_BEEP
beeper MULTI_BEEPS
beeper SYSTEM_INIT
beeper ON_USB
save


Es piept jetzt, wenn das Signal zur Funke verloren geht, wenn ihr armed / disarmed, den Kopter einschaltet usw. Wenn ihr wollt, das der Piepser auch bei kritischem Batteriestand piept, gebt folgendes ein (bei mir hat das leider zu Dauergepiepse geführt):

Tippt "beeper BAT_CRIT_LOW" (Enter)
Tippt "save" (Enter)


Nun müsst ihr auf der "Modes" Seite noch einen Schalter für den Beeper einrichten. Aktiviert dazu den "Beeper" Mode dort und wählt den entsprechenden AUX-Kanal des gewünschten Schalters auf eurer Funke. Fertig!

Der Piepser piept nur, wenn ein Akku angeschlossen ist. Also testet das gleich mal. Sollte der Piepser ständig piepen, müsst ihr noch folgendes eingeben (aber nur dann):

Tippt "set beeper_inversion = OFF" (Enter)
Tippt "save" (Enter)


Viel Spass mit eurem Pieper - ihr werdet euch wundern, wie laut der kleine auf einmal sein kann :-bd
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#3

Beitrag von Mike » 15.05.2017, 10:52

LED Strip anschliessen

Der perfekte LED Strip für den KingKong 90GT ist z.B. der LED Strip vom Eachine QX95.


LED Strip anschliessen

Der LED Strip lässt sich am 9-poligen Port (die weisse Buchse links auf dem Board) anschliessen. Dort benötigen wir GND, VCC und die LED Datenleitung (siehe Abbildung). Praktischerweise liegt ein passender Stecker samt Kabel für diesen Port dem KingKong bereits bei. Da wir nur drei Kabel brauchen (die obersten beiden und den untersten), könnt ihr alle Kabel aus diesem Stecker entfernen, bis auf die benötigten drei. Biegt dazu einfach die kleinen Widerhaken mit einem Messer oder einer Nadel nach oben und zieht die nicht benötigten Kabel aus dem Stecker.

Das oberste Kabel, das aus dem Stecker kommt (GND) lötet ihr nun an das GND Kabel des Strips. Das zweite Kabel von oben kommt an das Powerkabel des Strips und das unterste an die Datenleitung des Strips:

Bild

Den Strip selbst könnt ihr hinten am KingKong mit zwei dünnen Kabelbindern befestigen - ein Verkleben ist eigentlich nicht nötig. Achtet darauf, das das Kabel zum Strip nicht in die Propeller gelangen kann:

Bild


LED Strip konfigurieren

In BetaFlight müsst ihr nun auf der "Zahnrad"-Seite das Feature "LED_STRIP" aktivieren. Klickt dann auf SAVE.

Nun habt ihr auf der linken Seite ein neues Symbol, eine kleine LED. Klickt auf dieses Symbol, um auf die LED-Seite zu gelangen.

Klickt nun auf den Button "Wire Ordering Mode" und klickt dann nacheinander auf vier LED Kästchen nebeneinander irgendwo im Gitter. Ihr habt nun vier LEDs zugefügt, die mit den Nummern 0-3 numeriert sind. Klickt noch einmal auf "Wire Ordering Mode", um den Modus zu beenden.

Bild

Klickt nun nacheinander auf jedes LED Kästchen, dann rechts auf "Function", wählt dort "Color", klickt dann auf eine der gewünschten Farben unten und aktiviert noch "Larson Scanner". Klickt auf die nächste LED und wiederholt das ganze für jede LED.

Klickt nun auf SAVE. Sofern ihr einen Akku an den Quad angeschlossen habt, sollten die LEDs nun aufleuchten. Falls nicht, Disconnected den Kopter und hängt ihn wieder an (mit Akku). Nun habt ihr ein Knight Rider ähnliches Lauflicht am KingKong :)

So sieht das dann aus:




LED Strip über die Funke steuern

Wenn ihr auf der "Modes" Seite in BetaFlight den Mode "LEDLOW" aktiviert und ihm einen AUX Kanal, also Schalter auf eurer Funke, zuweist, könnt ihr den LED Strip per Schalter auf der Funke jederzeit ein- und ausschalten.
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#4

Beitrag von Mike » 15.05.2017, 23:38

FPV Kamera

Über die verbaute FPV Kamera müssen wir noch mal reden... wie gesagt, ist sie das einzig wirkliche Manko am KingKong 90GT. Ihr grösste Schwäche ist der hell- / dunkel-Wechsel, was sich leider auch schon zeigt, wenn Boden und Himmel gleichzeitig im Bild sind, zum Beispiel bei Loops. Blickt die Kamera dann grösstenteils in den hellen Himmel, verschwindet der Boden im Dunkel. Das ist schon störend.




Da die Kamera des KingKong kleiner ist, als die meisten Micro FPV Cams, ist der Platz zwischen den Propellern kaum ausreichend für eine alternative Cam. Die Kamera des 90GT ist gerade mal 12.5mm breit und sitzt hier genau zwischen den Propellern, der verfügbare Platz ist dort auf max 14-15mm begrenzt.

Ein sehr guter Ersatz für die original Cam wäre die 1000TVL von Banggood, die ein tolles Bild liefert und mit nur 8x8mm Grösse locker drauf passt.

Auch folgende FPV Mini Cams könnten den Daten nach als Alternative passen (allerdings noch nicht ausprobiert) und bieten obendrein mindestens 40 Kanäle statt der 16 vom KingKong:
KameraAuflösungBreite
1000TVL1000TVL8mm
CM275T 5.8G 600TVL600 TVL14.5mm
520TVL 1/4 Cmos FPV Kamera 520 TVL15mm
Eachine AIO FPV600 TVL15mm
Super Mini Light AIO 520TVL520 TVL15mm
Eachine TX01S NTSC600 TVL?
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#5

Beitrag von Mike » 20.05.2017, 13:31

Racerstar 1935: Die perfekten Propeller für den 90GT

Bild

Da gestern endlich die Racerstar 5-Blatt Propeller (als Alternative für die doch recht fragilen Originalprops des 90GT) eingetroffen ist, habe ich sie gleich einem ausgiebigen Test unterzogen.

Die Racerstar 1935 50mm gibt es in sieben Farben (jeweils im 10er Pack). Ich habe mir die weissen geholt, weil die anderen Farben fast alle vergriffen waren und Weiß gut zu meiner Devo 10 passt ;) Da sie, genau wie die Originalprops des Kong, ebenfalls leicht transparent sind, sehen sie wirklich klasse aus. Sie passen perfekt (und gerade noch so) auf den 90GT und werden ebenfalls gesteckt und dann zusätzlich mit jeweils zwei Schrauben befestigt.

Die Racerstar 5-Blatt sind biegsamer, als die Originalpros, was den einen oder anderen Crash deutlich leichter verzeiht: man biegt sie einfach wieder in Forum, fertig. Bei meinem Test habe ich einige durchaus harte Landungen hingelegt. Bei einer hatte es ein Blatt fast im 90-Grad Winkel geknickt. War aber kein Problem und liess sich anstandlos wieder geradebiegen. Diese Props halten also deutlich länger, als die originalen, von denen schon in der ersten Woche ein halbes Dutzend das Zeitliche gesegnet haben (u.a. sogar bei ruppigen Landungen im Gras!)

Der Sound kommt mir persönlich leiser und angenehmer als der der originalen vor. Ja, er kreischt - aber leise und sehr unaufdringlich. Die Geräuschkullise ist mit diesen Props so sanft, das der Micro in keiner Weise bedrohlich wirkt.

Was mich aber förmlich umgehauen hat, ist das perfekte Flugverhalten der 5-Blatt Racerstars. Fliegt der KingKong schon von haus aus so gut wie perfekt, bessert sich das Flugverhalten mit den Racerstars noch einmal - was ich gar nicht für möglich gehalten hätte. Es fliegt sich mit ihnen fast, als wäre der Micro schwerelos. Die Props saugen den 90GT förmlich in den Himmel: Loops, Rolls usw. sind damit ein Kinderspiel. Man muss weniger Gas geben, was die Flugdauer bei mir um eine gute Halbe Minute verlängert hat - vielleicht sogar noch mehr, ich wollte die Akkus aber nicht bis Ultimo leer saugen.

Hinweis: Auch wenn sich die 1935er nach einer harten Landung wieder in Form biegen lassen, statt zu brechen, solle man bei einem deutlichen Knick doch lieber den Propeller wechseln, da sich sonst im Flug ein Blatt lösen kann oder es zu seltsamem Flugverhalten kommt. Dann fällt der Quad vom Himmel oder gibt plötzlich Vollgas. Ist mir bereits passiert, es stellte sich heraus, das einige der Blätter nicht mehr steif genug waren und sich im Flug verbogen haben, was den Flight Controller ziemlich irritiert hat.

Fazit: Diese Props sind nicht nur ein deutlich robusterer Ersatz für die Originalprops, sondern ein absolutes Muss für KingKong 90GT.

Als 10er Pack bei Banggood (verschiedene Farben)

‼ Achtung: Ich sage es lieber noch einmal - montiert unbedingt einen Buzzer (siehe oben) auf den KingKong! Alleine heute hätte ich den kleinen ohne Piepser mindestens drei mal garantiert verloren. Ein Piepser ist für jeden Kopter die beste Versicherung!

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#6

Beitrag von FalconPro » 30.05.2017, 23:30

Hallo!
Ich habe mir auch den GT90 mit DSMX gekauft. Binden hat gleich geklappt, aber ich schaffe es nicht den Kopter zu armieren. Wo könnte das Probelm sein?
Mit Betaflight habe ich mich noch nicht beschäftigt.
Danke für die Hilfe!

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#7

Beitrag von Mike » 30.05.2017, 23:47

Um BetaFlight geht leider kein Weg herum, vor allem nicht bei einem Racer - aber das ist halb so wild. Das meiste erklärt sich dort von selbst, und es gibt viele gute, leicht nachvollziehbare Video Tutorials zu BetaFlight auf YouTube.

Per Default werden Kopter gearmt, indem man den Gas Stick nach ganz rechts unten oder ganz links unten drückt. Eins von beiden müsste eigentlich funktionieren. Wenn nicht, kalibriere einmal deine Funke. Geht dann immer noch nichts, müsstest du die Knüppelwege in BetaFlight einmal genauer angucken und gff. einstellen - hier eine Anleitung dazu

Auf der "Receiver" Seite in BetaFlight siehst du auch, ob deine Funke überhaupt mit dem Kopter bindet. Und mit dem 3D Modell dort kannst du auch prüfen, ob der Kopter sich richtig bewegt, wenn du die Hebel auf der Funke drückst.

Du kannst in BetaFlight auf der Seite "Modes" auch das Armen auf einen Schalter legen. Sobald du das getan hast, wird der Kopter dann nur noch über den Schalter gearmt und nicht mehr über den Knüppel.
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#8

Beitrag von Mike » 18.07.2017, 22:33

Lipo Halter für den KingKong 90GT zum Ausdrucken:

[O] Download (Thingiverse)

Bild

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Kabelbinder
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#9

Beitrag von Kabelbinder » 01.09.2017, 22:39

Hallo und besten Dank für die umfangreiche Tipp-Sammlung! Der Trick mit dem Buzzer scheint sich im englischsprachigen Netz (YouTube) immer noch nicht rumgesprochen zu haben, da müsste mal jemand ein Video drüber machen. Das wäre bestimmt ein Hit! :ymapplause:

Da ich ohne nicht fliegen wollte, habe ich es heute an meinem KK95GT probiert. Dabei treten allerdings zwei Probleme bzw. Merkwürdigkeiten auf:

1) Der Receiver (in meinem Fall FRSky XM+) funktioniert nur noch mit Akku, wenn der Buzzer dran ist. Ist das normal?

2) Ich konnte zwar meinen gewohnten Schalter für den Buzzer belegen (rhythmisches Piepen, alles normal). Allerdings piept er nonstop (ohne Pausen) weiter, wenn ich den Schalter wieder zurücksetze und ist dann nur noch durch Abziehen des Akkus zum Schweigen zu bringen. Kann man das eventuell noch irgendwie ändern?

Gibt es eigentlich bewährte Tricks, Buzzer zu Hause zu dämpfen? Es denken sonst immer alle, sämtliche Rauchmelder sind losgegangen. ;-) Mit sehr viel Verpackungsmaterial geht es einigermaßen, ist aber ziemlich unpraktisch...

Was die Voltage Warning angeht, die führte auch bei mir zu Dauergepiepse. Gibt's dazu inzwischen vielleicht neue Erkenntnisse? Ansonsten könnte man ja einen separaten Warner an den Balance-Port hängen und außen ankleben. Nicht elegant, aber noch sicherer. ;-)

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